Wer eine professionelle Website für sein Unternehmen erstellen lassen möchte, steht vor einer Frage, die sich nicht pauschal beantworten lässt: Was kostet das eigentlich? Die Preisspanne reicht von wenigen Euro im Monat bis zu fünfstelligen Einmalbeträgen — je nachdem, welchen Weg man einschlägt. Dieser Artikel erklärt die drei gängigsten Modelle, zeigt realistische Preisrahmen und hilft dabei, die laufenden Kosten richtig einzuschätzen.
Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, eine Website zu bekommen: den Website-Baukasten, den freiberuflichen Webdesigner und die Full-Service-Agentur. Jede Option hat ihren Platz — die Wahl hängt vom Budget, den eigenen Kenntnissen und den Anforderungen ab.
Baukastensysteme wie Jimdo, Wix oder Strikingly erlauben es, ohne Programmierkenntnisse eine eigene Website zusammenzustellen. Die monatlichen Kosten liegen je nach Anbieter und Tarif zwischen 5 und 50 Euro. Im Basistarif ist oft Werbung des Anbieters enthalten; für eine professionelle Darstellung empfiehlt sich mindestens der mittlere Tarif, der häufig zwischen 12 und 25 Euro monatlich kostet.
Hinzu kommen Domainkosten. Eine deutsche .de-Domain kostet im Schnitt 0,50 bis 1,50 Euro im Monat. Viele Baukastentarife enthalten eine Domain im ersten Jahr kostenlos, danach wird sie regulär abgerechnet. SSL-Zertifikate — für HTTPS unverzichtbar — sind in den meisten Mittel- und Oberklassetarifen inklusive.
Typische Gesamtkosten Baukasten: 150 bis 600 Euro jährlich, ohne Agenturleistung.
Ein Freelancer gestaltet die Website nach Ihren Vorgaben, setzt sie technisch um und übergibt sie zur selbstständigen Pflege — oder übernimmt die Wartung gegen ein Honorar. Einmalige Projektkosten liegen bei einfachen Business-Websites mit vier bis acht Seiten typischerweise zwischen 1.500 und 5.000 Euro. Komplexere Anforderungen wie ein Buchungssystem, ein Produktkatalog oder mehrsprachige Inhalte treiben den Preis auf 6.000 bis 12.000 Euro.
Laufende Kosten entstehen durch Hosting (ab 5 Euro/Monat bei einem externen Anbieter), Domain und eventuelle Wartungspauschalen. Wer WordPress nutzt, braucht außerdem regelmäßige Aktualisierungen von Plugins und Theme, um Sicherheitslücken zu schließen.
Typische Gesamtkosten Freelancer: 2.000 bis 8.000 Euro einmalig, plus 600 bis 2.400 Euro laufende Kosten pro Jahr.
Agenturen bieten neben Design und Entwicklung auch Strategie, SEO, Content-Erstellung und Support aus einer Hand. Entsprechend höher fällt der Preis aus: Eine professionelle Unternehmenswebsite kostet bei einer mittelgroßen Agentur in Deutschland zwischen 5.000 und 20.000 Euro. Größere Projekte mit E-Commerce-Funktionalität, Schnittstellen zu Warenwirtschaftssystemen oder umfangreichen Mehrsprachigkeitsanforderungen können deutlich mehr kosten.
Der Vorteil liegt in der Qualitätssicherung und der Projektbegleitung: Die Agentur kümmert sich um Design, Texte, technische Umsetzung und in vielen Fällen auch um Hosting und Wartung.
Typische Gesamtkosten Agentur: 5.000 bis 30.000 Euro einmalig, plus Wartungsvertrag 100 bis 400 Euro monatlich.
Neben dem gewählten Weg bestimmen weitere Faktoren den Endpreis:
Eine Website verursacht dauerhaft Kosten. Neben Hosting und Domain fallen regelmäßig an:
Wer diese Aufgaben selbst übernimmt, spart Geld — braucht aber Zeit und technisches Grundverständnis. Wer sie auslagert, zahlt üblicherweise 50 bis 150 Euro monatlich für einen Basiswartungsvertrag.
Für Soloselbstständige und kleine Betriebe mit begrenztem Budget und einfachem Auftritt ist ein guter Baukasten die sinnvollste Lösung. Der Zeitaufwand zur Einrichtung ist überschaubar, und das Ergebnis ist in vielen Fällen ausreichend professionell.
Wer etwas mehr Budget hat, aber keine eigene IT-Abteilung, fährt mit einem Freelancer oft am besten: individuelle Gestaltung, direkter Ansprechpartner, transparente Preise.
Agenturen lohnen sich vor allem dann, wenn die Website ein zentrales Verkaufsinstrument ist, viele Funktionen benötigt werden oder ein professionelles Gesamtkonzept von Design bis Marketing gewünscht wird.
Eine einfache, professionelle Unternehmenswebsite ist schon für 150 bis 600 Euro jährlich möglich — wenn man mit einem Baukasten arbeitet und bereit ist, selbst Hand anzulegen. Wer auf individuelle Gestaltung und weniger Eigenarbeit setzt, muss mit 2.000 bis 8.000 Euro für die Erstellung rechnen. Das Bundesministerium für Wirtschaft empfiehlt kleinen Unternehmen, die Digitalisierungsförderung der Länder zu prüfen — in vielen Bundesländern gibt es Zuschüsse für die erste Unternehmenswebsite.